So wird man zum Geschäftsreise-Profi: mit einer dualen Ausbildung zur/zum „Tourismuskauffrau/-mann“
Im dritten Jahr der Ausbildung zur/zum „Tourismuskauffrau/-mann“ (Kauffrau/Kaufmann für Privat- und Geschäftsreisen) spezialisieren sich die zukünftigen Reiseexperten in einer von drei Wahlqualifikationen (Geschäftsreisen, Reisevermittlung oder Reiseveranstaltung). Am 1. August 2011, zum Beginn des neuen Ausbildungsjahres, ist das 2011 novellierte Berufsbild in Kraft getreten.
Die Ausbildung
- Ausbildungsdauer: 3 Jahre, Ausbildungsbeginn im August oder September
- Duales System: Theorie und Praxis ergänzen sich optimal im Zusammenspiel von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb
- Ausbildungsbetriebe sind meist Reisebüros oder Reiseveranstalter, aber auch andere touristische Unternehmen
- Die Ausbildung in den Unternehmen findet an drei bis vier Tagen pro Woche statt, an ein bis zwei Tagen geht es in die Berufsschule (alternativ: Blockunterricht)
- Ausbildungsvergütung: ab ca. 550 € (im ersten Ausbildungsjahr)
- keine bestimmte Schulbildung als Zugangsvoraussetzung vorgeschrieben, i.d.R. aber mind. Mittlere Reife
Hintergrund
Das Berufsbild der Reiseverkehrskaufleute wurde zuletzt 1998 überarbeitet. Auf dem ersten Bildungsgipfel während der ITB Berlin im März 2011 haben der Deutsche ReiseVerband (DRV) und der VDR das neue Berufsbild vorgestellt.
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| „Wir reagierten auf die Anforderungen der Unternehmen an ihre Reisebüro-Partner, die sich seit Jahren dramatisch verändern. Die breite Masse der Reisebüros konnte den neuen Anfragen fachlich nicht gerecht werden. Der Bereich Geschäftsreisemanagement sollte deshalb in die Reisebüroausbildung einbezogen werden. So wird qualifiziertes Fach- und Führungspersonal ausgebildet, das den vielfältigen Anforderungen im Bereich berufsbedingte Mobilität gerecht wird.“ |
Jahrelang haben die Partner erfolgreich zusammengearbeitet, damit das neue Berufsbild wie geplant im August 2011 in Kraft treten kann. Der VDR hat bei der inhaltlichen Gestaltung im Bereich "Geschäftsreisen" federführend mitgewirkt.
Wie können Unternehmen ausbilden?
Unternehmen, die gemeinsam mit ihrem Reisebüro im Schwerpunkt Geschäftsreisen ausbilden, können gezielt darauf hinweisen, welche Anforderungen das Travel Management an seinen Partner Reisebüro hat. So werden die Grundsteine gelegt für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Reisebüropartner.
Das neue Berufsbild bietet Reisebüros und angehenden Geschäftsreiseverantwortlichen die Gelegenheit, sich als kompetente Berater zu positionieren.
„Da die Ausbildung in der Wahlqualifikation innerbetrieblich stattfindet, sind nun die Unternehmen in der Pflicht, Ausbildungsplätze zu schaffen und sich gegebenenfalls mit dem Reisebüropartner zusammen zu schließen. Nur so kann der Erfolg auch langfristig gewährleistet werden.“ (Jürgen Schaefer)
Potenzielle Ausbildungsbetriebe haben folgende Möglichkeiten:
1. mit dem Reisebüropartner ein Ausbildungs-Joint-Venture eingehen: Das Unternehmen fungiert als „Partnerbetrieb“
2. den Reisebüropartner unterstützen: Die Wahlqualifikationseinheit wird im Unternehmen absolviert. Die Azubis kommen also zwei bis drei Monate ins Unternehmen und lernen dort einen Teil der Praxis.
3. als Sponsor eines Ausbildungsplatzes auftreten: Wenn das Geschäftsreisebüro z.B. Kapazitäten hat, zwei Azubis auszubilden, zahlt das Partnerunternehmen 50 oder 100 Prozent der Ausbildungsvergütung. Hier können sich Unternehmen einbringen, die können nicht ausbilden können, Ausbildungsplätze jedoch im Budget haben.










