Hotellerie: Ein Restart mit Herausforderungen

Rezeption | Hotellerie | Verband Deutsches Reisemanagement e.V. (VDR)

So schön der Restart für Hotellerie und Geschäftsreisende sowie Veranstaltungsplaner voran geht, so problematisch stellt sich die Umsetzung des Betriebes in der Praxis dar, denn: Viele Mitarbeiter, die sich während der Schließungen hin zu anderen Branchen orientiert haben, kommen nicht zurück. Somit entsteht für die Branche ein erheblicher Fachkräftemangel, den es nun zu bewältigen gilt – um beispielsweise auch wieder Veranstaltungsgeschäft durchführen zu können.

Aktuell befinden sich Hotelmitarbeiter teilweise noch immer in Kurzarbeit oder Hotels sind weiterhin geschlossen. Einige Betriebe konnten die Zeit für Renovierungen und Modernisierungen nutzen. Im Geschäftsreisebereich liegen die Buchungsumsätze aktuell bei etwa 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019, wobei der KMU-Bereich stärker als Großkonzerne vertreten ist.

Allgemein kommen Buchungen, auch die für Veranstaltungen, sehr kurzfristig, so dass eine Planbarkeit erheblich erschwert wird. Stornobedingungen müssen oftmals kundenindividuell angepasst werden. Die fehlende Einheitlichkeit der Corona-Bedingungen in den Bundesländern erschwert den Hotelgruppen das Ganze zusätzlich. Daneben kommt es zu unterbrochenen Lieferketten, was sich schon mal an fehlenden Hotelpuschen oder weiteren Accessoires für die Hotelgäste bemerkbar machen kann.

Für hybride Veranstaltungen ist die Beratung aufwändiger und wesentlich erklärungsbedürftiger als für reine Präsenzmeetings. Auch durch diese Problemfelder werden Ausschreibungen im Übernachtungsbereich oder für Veranstaltungspauschalen in 2022 nicht einfacher.

Das Thema Planung ist für alle Beteiligten meist mit dem Blick in die Glaskugel vergleichbar und hängt mit vielen, sich ständig verändernden Faktoren und Bedingungen zusammen: Mit welcher Raumgröße muss bei einer bestimmten Teilnehmerzahl kalkuliert werden? In welcher Form werden die momentan geltenden Hygiene- und Prüfmaßnahmen weiter notwendig sein? Können Anfragende derzeit überhaupt Bedarfe zur Kalkulation ermitteln oder vorgeben? Wie wird sich das Thema Nachhaltigkeit bereits 2022 auf die RFPs auswirken?

Im Fachausschuss waren die Teilnehmer daher überwiegend der Meinung, mit der Hotellerie erneut über die Verlängerung der Raten und Pauschalen bis Ende 2022 zu sprechen. Für genaue Bedarfe in Hotels sind sicher auch weiterhin Einzelverhandlungen angebracht – alternativ kann auch ein dynamisches Ratenmodel eine für alle Beteiligten wirtschaftlich erfolgreiche Lösung sein. Offene, transparente und ehrliche Gespräche miteinander sind derzeit die beste Lösung, um Preise für das Jahr 2022 zu vereinbaren oder zu verlängern.

Autorinnen: Inge Pirner und Marina Christensen, Fachausschussleitung Hotel

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