So sieht die Zukunft der Geschäftsreise aus

Flug | Verband Deutsches Reisemanagement e.V.

Wie verändert die Coronakrise das Flugverhalten von Geschäftsreisenden? Mutmaßungen werden derzeit viele geäußert. Das Center for Aviation Competence der Universität St. Gallen wollte es genauer wissen und befragte vom 5. November 2020 bis 7. Januar 2021 503 schweizer Firmen, deren Travel Manager und Business Traveller – und führte darüber hinaus qualitative Gespräche mit Geschäftsreisebüros.

Anlässlich des 5. Schweizer Aviatik Symposiums stellte Dr. Andreas Wittmer, Managing Director Center for Aviation Competence, die ersten Ergebnisse der Studie vor. Mit großem Interesse dürften die Zuhörenden der Airline-Industrie die Konklusionen aufgenommen haben, stehen doch Airlines derzeit in der delikaten Situation, die Planung für eine Post-Corona-Zeit zu konkretisieren. Zur Erinnerung: Swiss-CEO Dieter Vranckx rechnet für das Jahr 2023 mit einer Nachfrage beim gesamten Flugaufkommen von 80 bis 85 Prozent zum Vorkrisen-Niveau, 2024 mit 90 Prozent.

Videokonferenzen gehören zum täglichen Leben

In der Studie der Universität St. Gallen geht es zunächst um die Frage der Videokonferenzen und wie sich deren Nutzung jüngst entwickelt hat. Erst 38 Prozent der Befragten nutzten im Jahr 2019 die Möglichkeit von Videokonferenzen. Nun ist im vergangenen Jahr dieser Anteil auf 84 Prozent emporgeschnellt.

Frappant ist auch der Anstieg der Vielnutzer von Videokonferenzen. Ein Drittel der Befragten befanden sich im letzten Jahr täglich in fünf und mehr Videocalls.

-31% Kurzstrecke, -20% Langstrecke

Doch wie beurteilen die Geschäftsreisenden nun ihr künftiges Flugverhalten «nach Corona»? Auf der Kurzstrecke dürften Geschäftsreiseflüge um einen Drittel (-31,3%) zurückgehen. Waren es bisher 18 Geschäftreise-Flüge innerhalb Europas im Durchschnitt und Jahr, gehen die Befragten künftig von rund 12 Flügen zu geschäftlichen Zwecken aus.

Auf der Langstrecke beläuft sich der Rückgang von Geschäftsreisen gemäß der Umfrage auf 19,6 Prozent – von knapp 7 auf etwas mehr als 5 Langstrecken-Flüge im Jahr.

Nach den Gründen einer freiwilligen Reduktion von Geschäftreisen befragt, werden drei Punkte genannt. Als wichtigster Grund nennen die Umfrageteilnehmer Kosteneinsparungen sowie eine Zeitersparnis wie auch das Klima. Bei diesem Punkt gab es bei der quantitativen und qualitativen Befragung große Unterschiede.

Top Manager bleiben an Bord

Zu einer erstaunlichen Auswertung kommt die Studie auch bei der Frage, auf welcher Managementstufe es Veränderungen im Flugverhalten geben wird. Und da zeigt sich: Unternehmer und Top Manager werden künftig auf der Langstrecke noch häufiger zu sehen sein. Auf allen anderen Managementstufen oder bei Sachbearbeitern zeichnet sich sowohl auf der Kurz- wie auf der Langstrecke eine deutliche Reduktion ab. Angestellte/Sachbearbeiter werden wohl künftig weniger als die Hälfte der bisherigen Flüge wahrnehmen – das Video-Meeting scheint's auch zu tun.

Die Gewinnerin ist ... die Premium Eco

Für Airlines von entscheidender Bedeutung ist die künftige Kabinenaufteilung. Nachdem viele Airlines künftig auf die Zwischenklasse der Premium Economy setzen, steht die Frage im Raum: wie verlagert sich künftig die Nutzung der einzelnen Klassen? Hier dürften Airlines insofern aufatmen, wenn sie gemäß der vorliegenden Befragung feststellen, dass von einer Abwanderung aus der Business Class Richtung Premium Economy nicht gerechnet werden muss. Vielmehr geht die Studie der Universität St. Gallen davon aus, dass die Premium Economy von bisherigen Economy-Passagieren genutzt wird.

Persönliche Kontakte, non-verbale Kommunikation

Ein Jahr hinter dem Bildschirm... Was spricht für baldige, physische Meetings? Die Studie bietet auch Antworten hierzu. Die soziale, informelle, spontane Interaktion treiben physische Meetings an.

Quelle: Travelnews.ch

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