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Airlines müssen bei Stornierung den Kerosinzuschlag zurückzahlen

Tritt ein Passagier von seinem Flug zurück, hat er Anspruch auf die Zurückzahlung der im Ticketpreis enthalten Steuern und Gebühren sowie des Kerosinzuschlags. Das entschied das Amtsgericht Erding. Recht und Steuern
Airlines müssen bei Stornierung den Kerosinzuschlag zurückzahlen VDR-Service GmbH

Stornieren Reisende ihren Flug, muss die Fluggesellschaft neben den Steuern und Gebühren auch den Kerosinzuschlag zurückzahlen. So entschieden jetzt die Richter am Amtsgericht Erding (Az. 4c 2612/18).

Im konkreten Fall hatte eine Frau von ihrer Airline lediglich die Steuern und Gebühren in Höhe von 234 Euro zurückerhalten, nachdem sie den Flug storniert hatte. Den Kerosinzuschlag in Höhe von 101 Euro rechnete die Fluggesellschaft hingegen heraus und weigerte sich, ihn der Klägerin zurückzuzahlen.

Erklärungen in den AGB wie zum Beispiel „YQ/YR wird nicht erstattet“ seien jedoch unwirksam, urteilten die Richter. Zum einen sei für den Durchschnittskunden nicht ersichtlich, was mit Abkürzungen wie YQ oder YR überhaupt gemeint sei. Zum anderen könnten Positionen, die ausschließlich im Falle der Beförderung anfielen, nicht von einer Erstattung ausgenommen werden. So richte sich der Treibstoffverbrauch eines Flugzeugs nach dem Gewicht der Maschine. Fliege der Passagier nicht, verbrauche das Flugzeug diesen Sprit auch nicht. Schon aus diesem Grund könne eine Airline die Rückerstattung des Kerosinzuschlags nicht ausschließen, heißt es in der Urteilsbegründung.

Branchenexperten rechnen damit, dass die Fluggesellschaften gegen dieses Urteil Revision einlegen werden. (Text: Oliver Graue)

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René Vorspohl | VDR
René VorspohlPR & Kommunikation | Pressesprecher

Verena Pingel | VDR
Verena PingelReferentin Digitale Medien