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Raubkatze beim VDR? Jaguar Land Rover stellt den neuen I-PACE vor

Am 19. Oktober kam wieder der VDR-Fachausschuss Automobile Mobilität zusammen. Dieses Mal stand unter anderem auch das Thema „Hybrid oder E-Mobilität?“ auf der Agenda. So traf es sich gut. dass auch Jaguar Land Rover als Gast geladen war, um sein neues Elektrofahrzeug vorzustellen. Wir sprachen mit Stephan Schönmeier (Key Account Manager) und Gerald Kelleter (International Key Account Manager), um zu erfahren, was den I-PACE von seiner Konkurrenz unterscheidet und wie sich der Trend der E-Autos in Deutschland zukünftig entwickelt. Technologie, Automobile Mobilität, Fachthemen
Raubkatze beim VDR? Jaguar Land Rover stellt den neuen I-PACE vor VDR-Service GmbH

Jaguar | Schönmeier und Kelleter | VDR-Interview

Gerald Kelleter          Stephan Schönmeier

 

Seit Anfang des Jahres in der I-PACE auf dem deutschen Markt, somit ist Jaguar seinen Konkurrenten einen großen Schritt voraus – Sind Sie stolz? Wie werten Sie Ihren Erfolg?

Stephan Schönmeier: Der Jaguar I-PACE wird seit Ende September an die ersten Kunden geliefert aber seit der Vorstellung des Concept Cars im November 2016 ist die Resonanz enorm. Gerade haben wir in Deutschland den German Car of the Year Award gewonnen, das heißt der I-PACE ist aus 59 Neuerscheinungen 2018 als bestes Fahrzeug ausgezeichnet worden.

Das Verkaufsvolumen ist jedoch leider in Deutschland im ersten Jahr sehr limitiert, weshalb wir Lieferzeiten bis zum Mai 2019 haben. Wir hoffen, dass sich die Liefersituation bald verbessert, sodass wir der Nachfrage besser gerecht werden können. Aber es freut uns, dass wir der erste Hersteller sind, der seinen Kunden ein vollelektrisches Premiumfahrzeug bieten kann.

Von der Idee für dieses Elektroauto bis hin zu der Verwirklichung – Wie lange war der Prozess?

Gerald Kelleter: Wir haben mit der Entwicklung des I-PACE bereits deutlich vor dem Elektrohype begonnen, im Februar 2014. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die Elektromobilität in Zukunft wichtig werden wird, aber unklar, wann genau diese Zukunft beginnen würde. Wir konnten sehr effizient entwickeln, indem wir eine ganze Reihe von Prinzipien und Strukturen der Produktentwicklung von anderen Industrien adaptiert haben – etwa aus der Elektronik- und Mobilfunkbranche. Das hat dazu geführt, dass wir vom weißen Blatt Papier bis zum ersten Kundenfahrzeug nur vier Jahre gebraucht haben. Zum Start der Entwicklung standen uns weder ein Elektromotor noch eine Batterie, noch irgendwelche anderen wesentlichen Komponenten des I-PACE, zur Verfügung.

Bitte beschreiben Sie den I-PACE in fünf Worten.

Stephan Schönmeier: Kompromisslos. Vollelektrisch. Ein echter Jaguar.

Was macht den I-PACE in Ihren Augen einzigartig?

Gerald Kelleter: Es ist ein Fahrzeug, das in der Summe seiner Eigenschaften bei Design, Fahrdynamik, Fahrkomfort und Fahreigenschaften keinen Vergleich scheuen muss. Die Entwicklung hat auf einem leeren Blatt Papier angefangen. Wir haben ihn bewusst nicht auf Basis einer anderen Plattform entwickelt, sondern sind den Weg gegangen, ihn als kompromisslose Elektro-Plattform zu gestalten. Das hohe Gewicht ist natürlich ein Rucksack, den jedes Elektrofahrzeug mit Batteriespeicher mit sich trägt, das sind allein rund 600 Kilogramm. Aber die tief am Fahrzeugboden platzierten Pouch-Zellen tragen zum sehr niedrigen Fahrzeugschwerpunkt bei, und auch die Torsionssteifigkeit profitiert von dem gesamten Package. Die beiden Elektromotoren sind an Fahrzeugfront und -heck und dazwischen im Fahrzeugboden sitzt der Batteriepack. Das ermöglicht es, die Kabine weit nach vorne zu setzen und bringt einen außerordentlich langen Radstand, der nicht nur den Fahreigenschaften zugutekommt, sondern auch den nutzbaren Innen- und Gepäckraum vergrößert.

Bitte gehen Sie genauer auf das Infotainmentsystem "Touch Pro Duo" ein.

Stephan Schönmeier: Der neue I-PACE ist der erste Jaguar mit dem neuen Touch Pro Duo Infotainment System. Es besteht aus zwei auf der Mittelkonsole angebrachten HD-Touchscreens, die durch die Kombination mit physischen Kontrollreglern für z.B. Heizung, Klimaanlage und Radio sehr einfach zu bedienen ist. Damit die Augen auf der Fahrbahn bleiben können, projiziert zusätzlich ein vollfarbiges Head-up-Display wichtige Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit oder Navigationshinweise in die Windschutzscheibe. Der Fahrer wird folglich so wenig wie möglich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt.

Ein speziell auf die Anforderungen eines Elektroantriebs programmiertes Navigationssystem scannt die eingegebene Route bis zum Ziel und ermittelt unter Einberechnung früherer Fahrten – und des dabei angewendeten Fahrstils – eine sehr exakte Kalkulation der Reichweite und des Batterieladezustandes. So genannte Smart Settings erkennen anhand des Autoschlüssels und des Telefons dank Algorithmen mit künstlicher Intelligenz die individuellen Vorlieben des I-PACE Fahrers. Wiederholte Kommandos und Routine-Einstellungen werden erkannt, gelernt und schließlich antizipiert, sodass z.B. die Klimaautomatik, der Rückspiegel, die Auswahl der Medien oder der Sitze bei jedem neuen Einstieg ins Auto automatisch ausgeführt werden.

Das Thema Sicherheit spielt eine große Rolle – Ist der I-PACE bereits mit einem künstlichen Warngeräusch ausgestattet?

Gerald Kelleter: Ja. Der I-PACE gibt ein Warnsignal bei langsamen Fahrten und beim Rückwärtsfahren, sodass Fußgänger oder Radfahrer auf das Fahrzeug aufmerksam werden.

Wie schätzen Sie die Zukunft der E-Autos in Deutschland im Allgemeinen ein?

Stephan Schönmeier: In 2017 ist der weltweite E-Auto-Absatz auf 1,3 Millionen Fahrzeuge um fast 60 % gestiegen und in Deutschland laut Kraftfahrt Bundesamt um +119,6 % gegenüber dem Vorjahr. Wir gehen davon aus, dass das starke Wachstum weitergehen wird und die Elektromobilität viel schneller Einzug in unsere Straßen hält. Jaguar Land Rover wird alle neuen Modelle ab 2020 elektrifiziert anbieten.

 

 

Das Interview führte Lisa Mann.

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René Vorspohl | VDR
René VorspohlPR & Kommunikation | Pressesprecher

Verena Pingel | VDR
Verena PingelReferentin Digitale Medien