14. Januar 2020 

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Notfallpläne statt Fieberchecks: Deutsche Flughäfen sind für das Coronavirus gerüstet

Die Entwicklung und Verbreitung des neuartigen Coronavirus aus China hält derzeit die Welt in Atem. Auch in Deutschland und den ansässigen Unternehmen wird das Thema mit höchster Aufmerksamkeit verfolgt. Eine kürzlich durchgeführte VDR-Mitgliederumfrage hat ergeben, dass 96 Prozent der Travel Manager Reisen nach China komplett verboten oder zumindest stark eingeschränkt haben. Doch was passiert mit Flugreisenden, die aus der Volksrepublik nach Deutschland zurückkehren? Grundsätzlich sind die Gesundheitsbehörden der jeweiligen Bundesländer zuständig für die Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen. Das beträfe etwa auch einen Fiebercheck bei der Ankunft der Flugzeuge, der aber bisher nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) nicht angewandt wird. 

Der VDR hat für Sie bei der ADV weitere Informationen eingeholt, um Sie auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen: 

Warum werden an deutschen Flughäfen keine Fieberchecks durchgeführt?

Die deutschen Behörden und Flughäfen sehen den Nutzen von Fieberchecks skeptisch. Zwei Gründe lassen sich anführen: Zum einen können infizierte Reisende durch die weltweiten Umsteigeströme fast von überall herkommen. Zum anderen sind Fieberchecks bei einreisenden Passagieren aufgrund der langen Inkubationszeiten vielfach wirkungslos. 

Welche Maßnahmen ergreifen die Behörden stattdessen?

Im Falle der Ankunft eines Passagierflugzeuges, das einen Verdachtsfall an Bord hat, würde die betreffende Maschine zu einem der Flughäfen umgeleitet, an dem die erforderlichen medizinischen Kapazitäten bereitstehen. Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sehen für Deutschland fünf Flughäfen vor, die zum Schutz der öffentlichen Gesundheit sogenannte „Kernkapazitäten“ vorhalten müssen. Gemäß IGV-Durchführungsgesetz sind dazu die Flughäfen Berlin Brandenburg, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und München benannt. Zusätzlich gibt es bereits seit Jahren an allen Flughäfen Notfallpläne für den Umgang mit gefährlichen Infektionen. Diese haben sich in der Vergangenheit bewährt – etwa bei den zurückliegenden SARS- und Ebola-Gefährdungen.

Wer überwacht die Gefährdungslage?

Die Situation einer möglichen Einschleppungsgefahr hierzulande wird durch die zuständigen Behörden fortlaufend neu bewertet. An den deutschen Flughäfen gibt es für den Ernstfall detaillierte Notfallpläne mit klaren Prozessabläufen. Grundlage für die Weiterentwicklung dieser Notfallpläne sind Erkenntnisse und Vorschriften der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dazu arbeiten die WHO, das Robert-Koch-Institut sowie die Bundes- und Landesgesundheitsbehörden eng und abgestimmt mit den Flughäfen zusammen.

Als ergänzende Informationen stellen wir Ihnen das >> IGV-DG sowie die >> Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts für die Kernkapazitäten zur Verfügung. Die relevante Norm im IGV-DG für die Flughäfen ist § 8.

Gerne stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.


Herzliche Grüße
René Vorspohl

PR & Kommunikation | Pressesprecher
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