27. März 2020

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die Ausnahmesituation, in der wir uns wegen der Corona-Krise befinden, bringt die Reisetätigkeiten der deutschen Unternehmen nahezu zum Erliegen, die Fluggesellschaften haben ihren Betrieb quasi eingestellt. Der VDR-Fachausschuss Flug hat sich mit der Thematik beschäftigt und weist darauf hin, dass daraus hohe Forderungen der Reisenden und der Unternehmen gegenüber den Airlines auf Erstattung der gezahlten Ticketpreise entstehen. Denn rechtlich ist es so: Wird ein Flug aufgrund unvermeidbarer, außergewöhnlicher Umstände annulliert – ganz gleich, ob durch den Anbieter oder den Kunden – hat der Anbieter die geleistete Zahlung zu erstatten, es sei denn, der Fluggast akzeptiert eine alternative Beförderung. Er ist aber – Stand heute – in keinem Fall verpflichtet, einen Gutschein anzunehmen.

Refunds nicht mehr automatisiert 

Die aktuelle Praxis der Fluggesellschaften bei Erstattungen ist allerdings zurzeit alles andere als kundenfreundlich. Etliche Airlines haben die sogenannte Refund-Funktion aus den Reservierungssystemen herausgenommen. Tickets sollen zwar weiterhin erstattet werden, der Weg geht nun aber über BSPlink und muss von den Reisebüros manuell mit hohem Aufwand und Kosten eingestellt werden. „Das ist eigentlich nicht akzeptabel. Der Prozess ist durch die Systemumstellung bereits deutlich verlängert und weil viele Reisebüros Kurzarbeit einführen mussten, wird er sich voraussichtlich über mehrere Wochen hinziehen“, kritisiert Fachausschussleiter Jörg Martin.

Einige Airlines machen Umbuchungen attraktiver 

Manche Airlines versuchen deshalb, den Fluggästen auf andere Weise entgegenzukommen und bieten einen Umtausch der Tickets an mit Abflugdaten bis Ende des Jahres oder darüber hinaus. Wie bereits auf der VDR-Website kommuniziert, gewährt beispielsweise die Lufthansa Group ihren Kunden auf jede Umbuchung 50 Euro Discount. Dazu meint Martin: “Dieser Discount kann als eine Art „Zinsen“ auf den „gestundeten“ Betrag betrachtet werden, den die Kunden nicht einfordern, sondern als „Gutschrift“ bei der Airline belassen, indem der Zeitpunkt der Leistungserbringung verschoben wird – das ist unbedingt positiv“. Einschränkend muss aber gesagt werden, dass längst nicht alle Systeme in den Unternehmen diese Prozesse unterstützen können, die Umbuchungen also nicht möglich sind.

Zusammenhalt in der Reisebranche wichtig

Insgesamt spiegelte die Stimmung in dem Fachausschuss eine hohe Bereitschaft wider, die Reiseanbieter partnerschaftlich zu behandeln. „Wir müssen in diesen schweren Zeiten aufeinander zugehen“, sagt auch VDR-Präsident Christoph Carnier. „Wir sind offen dafür, einvernehmliche Lösungen für alle Beteiligten zu finden, die sich an uns wenden. Hier unterstützt der VDR, wo er kann.“

Der Fachausschuss Flug möchte die Mitglieder außerdem darauf hinweisen, dass die Praxis, Forderungen zurückzustellen oder umzubuchen ab einem bestimmten Volumen unbedingt mit der Unternehmensführung abgestimmt werden sollte. Zudem sollten sich die Travel Manager einen Überblick über die Höhe der „gestundeten Beträge“ durch die Umbuchungen verschaffen. Denn: Diese Summe stellt aktuell eine Risikoforderung dar und kann sich auf die Bilanz des eigenen Unternehmens auswirken. Zudem gibt es noch einen weiteren Punkt, der kritisch geprüft werden muss, so das Resumée des Fachausschusses: Sollten Airlines jetzt tatsächlich vor der Insolvenz stehen, ist eine Umbuchung natürlich wenig sinnvoll. Die einzige Chance, möglichweise Zahlungen aus der Insolvenzmasse zu erhalten, ist leider, den Anspruch auf Erstattung des Ticketpreises unmittelbar geltend zu machen, auch wenn dies die angeschlagene Airline sicher weiter ins Trudeln bringen wird.

 

Freundliche Grüße und bleiben Sie gesund

Marijke Pfundstein Unterschrift | VDR
Marijke Pfundstein

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