14. Juli 2020

Lufthansa bietet Guthabenkonto für stornierte Tickets an – Klärung der Mehrwertsteuer-Thematik steht noch aus
 

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zu Beginn der Corona-Pandemie haben nahezu alle Netzcarrier die automatische Rückerstattung von Tickets via GDS abgeschaltet. Nun warten die VDR-Mitglieder seit Monaten auf eine Lösung für ihre annullierten Flugtickets. Bereits Anfang Mai hatte EU-Verkehrskommissarin Adina Valean einer Regelung über Zwangsgutscheine für die gestrichenen Flüge eine Absage erteilt. Zudem hatte das Amtsgericht Nürtingen (Az. 10 C 1810/20) bestätigt, was ohnehin klar war: Bei Flugabsagen muss der Passagier den Ticketpreis binnen einer Woche zurückerhalten.

Unter den VDR-Mitgliedern gibt es dazu zwei Positionen: Einerseits verstößt die bisherige „Nicht-Auszahlungsstrategie“ der Airlines gegen geltendes Recht, wobei die nicht-erstatteten Gelder einem unfreiwilligen zinslosen Darlehen durch die Kunden gleichkommen. Andererseits wissen die VDR-Mitgliedsunternehmen um die prekäre finanzielle Situation der Fluggesellschaften und betrachten es als solidarisches Zugeständnis an ihre Vertragspartner, in solchen Zeiten nicht auf die sofortige Auszahlung der geschuldeten Gelder zu bestehen.

Als erste Fluggesellschaft hat jetzt die Lufthansa eine Lösung für das B2B-Geschäft in Form eines Guthaben-Kontos mit Zugriff über eine UATP-Card vorgelegt. Sie gilt für alle Tickets der Lufthansa-Group, die zwischen März und Juni annulliert wurden, wobei für jede Airline ein separates Guthabenkonto angelegt werden muss. Noch ist allerdings unklar, ob die Verrechnung der Vorsteuer, die ja bereits gezogen wurde, steuerrechtlich durchläuft, da es – Stand heute – keine Rückerstattungsgutschrift aus dem Originalticket gibt und zudem der Mehrwertsteuersatz geändert wurde.

Sollte es dafür eine Lösung geben, sind aus Sicht des VDR die folgenden Punkte zu klären, die nur unternehmensindividuell zu entscheiden sind:

  • Können Sie die erforderlichen Excel-Listen der zu erstattenden Tickets bereitstellen? Wie groß ist der Aufwand?
  • Läuft der Bezahlprozess über die Guthaben-Lösung online durch, ohne dass sich Ihr Reisebüro einschalten muss, wenn Sie Ihre Buchungen normalerweise fast ausschließlich über Ihre OBT tätigen?
  • Benötigen Sie die Zuordnung auf die jeweiligen Kostenstellen in Ihrem Unternehmen?
  • Müssen Sie einen neuen Vertragsprozess initiieren inklusive Vertrags- und Datenschutzprüfung, falls die Lösung ein anderes Kartenprodukt ist als jenes, das Sie in Ihrem Unternehmen im Einsatz haben;
  • Was bedeutet ein abweichendes Kartenprodukt für den Vertrag mit Ihrem Karten-Anbieter? Was bedeutet es für ein mögliches Incentiveziel?
  • Ist ein Reporting mit der Guthabenkonto-Lösung möglich?

Der VDR informiert zeitnah, sobald die offenen Fragestellungen zu der Mehrwertsteuer-Thematik geklärt sind. 

Freundliche Grüße

Marijke Pfundstein Unterschrift | VDR
Marijke Pfundstein
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