Einschränkung des Sparpreisangebots bei Geschäftsreisen mit der Bahn – VDR sieht Business-Kunden benachteiligt

29.05.2018 / Pressemitteilung, Bahn

VDR-Präsidiumsmitglied Inge Pirner: „Entscheidungsrahmen für Unternehmen wird immer kleiner“

Der Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) sieht in der gestern von der Deutschen Bahn AG vorgestellten neuen Tarifstruktur Business-Kunden benachteiligt.

Mit der Inkludierung des City-Tickets in alle Flexpreistarife und der Einführung des „Flexpreises Business“ einschließlich einer kostenfreien Sitzplatzreservierung auch in der 2. Klasse kommt die Bahn zwar einer Forderung des VDR nach. Allerdings wird der Sparpreis in den Geschäftsreiseportalen und Reisebüros künftig nicht mehr angeboten – zum Nachteil der Unternehmenskunden. Grund hierfür ist gemäß der Bahn, dass bei einer Stornierung des Sparpreises der Kunde zukünftig einen persönlichen Gutschein erhält, welcher für Geschäftskundenprozesse aus Sicht des Konzerns nicht geeignet sei.

Der neu angebotene "Super-Sparpreis" ist nicht stornierbar und inkludiert keine City-Option – hier kann Citymobil dazu gebucht werden. Damit wird der Super-Sparpreis nach Ansicht des VDR-Fachausschusses Bahn und Fernbus zu höheren Kosten bei den Unternehmen führen – sofern der Sparpreis bisher im Firmenangebot genutzt wurde. Laut der Bahn greifen Super-Sparpreis und Sparpreis auf ein und dasselbe Spar-Kontingent zurück. Zudem ist eine kostenfreie Stornierung im Flexpreis nur noch bis einschließlich des ausgewählten Reisetags möglich.

„Wir halten die neuen Tarifbedingungen der Bahn und die Sparpreis-Entscheidung des DB-Konzerns für äußerst unglücklich, da hier Geschäftsreisende gegenüber anderen Bahnkunden benachteiligt werden. Wir fordern daher dringend, über neue Lösungen für die Geschäftsreisewelt zu diskutieren“, sagt Inge Pirner, Präsidiumsmitglied des Geschäftsreiseverbands VDR und Leiterin dessen Fachausschusses Bahn und Fernbus.

Zwar belegten nach Angaben der Bahn interne Auswertungen, dass kein Preisnachteil für Geschäftsreisekunden gegeben ist. Aber: „Die Businesskunden haben das Gefühl, ständig mehr zahlen zu müssen. Sondertarife für Großkunden auf Rennstrecken sind nicht vorgesehen. Die Preis- und Tarifstruktur mit Inhalten und Bedingungen wird für Unternehmen und speziell für die Reisenden immer unübersichtlicher. Der Entscheidungsrahmen für die Unternehmen, welche Tarife und Konditionen in die firmenindividuellen Prozesse optimal integriert werden können, wird immer kleiner“, so Pirner weiter.