VDR befürchtet bei Laptop-Verbot auf USA-Flügen massiven Produktivitätsausfall für die deutsche Wirtschaft

12.05.2017 / Pressemitteilung, Flug, Sicherheit

Potenzieller jährlicher Schaden bei über 160 Millionen Euro / VDR-Vizepräsident Rettig: „US-Pläne besorgniserregend“

Mit großer Sorge verfolgt der Verband Deutsches Reisemanagement e. V. (VDR) die aktuellen Pläne des US-Heimatschutzministeriums, das Verbot der Mitnahme von Laptops und Tablet-PCs in der Passagierkabine auf Flüge aus Europa in die USA aus-zuweiten. Nach ersten Schätzungen des Verbandes beläuft sich der daraus resultierende potenzielle finanzielle Schaden für die deutsche Wirtschaft auf über 160 Millionen Euro.

„Für die Produktivität der deutschen Unternehmen ist es immens wichtig, dass ihre Ge-schäftsreisenden mobil arbeiten können, insbesondere auf Langstreckenflügen. Das dro-hende Verbot schränkt dienstlich Reisende nicht nur in ihrer digitalen Arbeitsmobilität ein. Es führt zudem zu einem massiven Produktivitätsausfall, da die mehrstündigen Transatlan-tik-Flüge nicht mehr als Arbeitszeit genutzt werden können. Die US-Pläne sind aus unserer Sicht reiner Aktionismus und greifen in besorgniserregendem Ausmaß in Geschäftsprozes-se und Arbeitsproduktivität der Unternehmen ein. Wir fordern die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, gemeinsam mit den deutschen und europäischen Luftfahrtbehörden alle verfügbaren Mittel einzusetzen, das Vorhaben zu stoppen“, sagte VDR-Vizepräsident Ralph Rettig während der Frühjahrstagung des Verbandes in Berlin.

Nach Berechnungen des VDR fliegen jährlich rund 720.000 Geschäftsreisende aus Deutschland in die USA. Legt man bei einem zehnstündigen Flug eine Netto-Arbeitszeit von drei Stunden und Arbeitskosten in Höhe von 75 Euro zugrunde, beläuft sich der zu erwar-tende Produktivitätsausfall auf einen dreistelligen Millionenbetrag.

„Selbstverständlich ist uns größtmögliche Sicherheit an Bord sehr wichtig. Aber: Elektroni-sche Geräte im aufgegebenen Koffer stellen im Zweifel ein ebenso großes Risiko dar wie im Handgepäck. Der Fokus der Anstrengungen für mehr Sicherheit an Bord sollte daher auf die – in Deutschland bereits vorbildlichen – Kontrollen am Boden gerichtet sein. Wir appel-lieren daher, intelligente Sicherheitssysteme weiterzuentwicklen, um mögliche Gefahren-quellen bereits bei der Kontrolle des Handgepäcks zu identifizieren“, ergänzte Rettig.

Laut der neuen Sicherheitsregel, die seit März bereits für zehn Strecken aus dem arabi-schen Raum und Nordafrika gilt, dürfen Laptops und Tablet-Computer nicht mehr im Hand-gepäck mitgeführt werden, sondern müssen mit dem Koffer aufgegeben werden. Der VDR weist zudem darauf hin, dass viele Unternehmen ihren Reisenden untersagen, Unterlagen und technische Geräte mit Firmendaten aufgrund erhöhter Diebstahlgefahr mit dem Gepäck aufzugeben.


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